Gut ist, der mich erschaffen hat – ja, er selbst ist mein Gut…
Heiliger Augustinus, Confessiones 1. Buch
Am 28.Januar 2026 rief Gott, der Herr, unsere liebe Schwester M. Xaveria Zott OSA zu sich ins Licht und ins Leben.
Im noch neuen Jahr 2026 nahmen die Kräfte von Sr. Xaveria nach einem langen und erfüllten Leben spürbar ab: sie war oft müde und schläfrig. Vor vier Tagen machte sie sich auf den Heimweg, zur Himmelspforte.
Sr. Xaveria wurde am 1. Juni 1925 in Fulda als zweites Kind der Eltern Kaspar Zott, Uhrmachermeister, und Mathilde Zott geboren und am 04.06.1925 auf den Namen Hedwig getauft.
Sie besuchte vier Jahre die Volksschule und vier Jahre das Lyzeum. Dann war sie in der dreiklassigen Mittelschule, anschließend in der zweijährigen Handelsschule.
Die Prüfung bzw. der Abschluss zur Stenotypistin und Kontoristin war 1942. Als Stenotypistin und Kontoristin arbeitete sie zwei Jahre bis zu ihrer Einberufung zum R.A.D. und der Luftwaffe. Zu dieser Zeit hatte sie ein außerordentlich gutes Gehör, das für diese Aufgaben notwendig war. Nach dem Krieg war sie im elterlichen Geschäft und Haushalt tätig. 1947 nahm sie eine Lehrstelle im Damenschneiderhandwerk an und legte 1949 die Gesellenprüfung ab.1948 besuchte sie mit Erfolg den Lehrgang zur Erlangung der „Missio Canonica“.
Als gebildete junge Frau trat sie am 01.04.1950 in unsere Gemeinschaft ein.
In der Kandidatur wurde sie in der Säuglingspflege ausgebildet. Das Examen an der Mönchbergklinik in Würzburg bestand sie am 09.09.52 mit Erfolg.
Nach der Kandidatur war sie vom 30.10.1952 – 11.10.1954 im Noviziat. Im zweiten Noviziatsjahr begann sie die zweijährige Ausbildung als Seelsorgehelferin in Freiburg, die sie am 23.03.1956 mit dem Examen beschloss.
Die ersten Gelübde legte Sr. Xaveria am 11.10.1954 ab und schloss sich am 11.10.1957 auf Lebenszeit unserer Gemeinschaft an.
Als Pfarrschwester und schließlich ab 24.10.1975 mit dem Anerkennungsdekret als Gemeindereferentin hatte sie wohl ihre Berufung gefunden.
Sie war zum Praktikum in St. Barbara und Hl. Kreuz; Pfarrschwester in Ochsenfurt, Walldürn und St. Michael in Schweinfurt; Seelsorgehelferin in Hl. Kreuz und Gemeindereferentin in St. Barbara.
Ursprünglich wollte Sr. Xaveria in die Mission gehen; daher auch ihr Ordensname in Anlehnung an Franz Xaver. Das war ihr in unserer Gemeinschaft zu dieser Zeit nicht möglich. So wurde es ihr ein Herzensanliegen, den Menschen mit Begeisterung die frohe Botschaft zu verkünden. In den Jahren zwischen 1956 und 1990, also insgesamt 34 Jahre, war sie in der pastoralen Arbeit tätig.
1990 kam sie wieder in das Mutterhaus und war Aushilfs-Sakristanin und Bibliothekarin.
Sr. Xaveria war ein richtiger „Bücherwurm“ und konnte tief in Geschichten hineingehen.
Im März 1999 begann sie ihren Dienst in Teilzeit im Missionswerk der Claretiner in Würzburg. Für insgesamt zwanzig Jahre konnte sie also doch noch ein wenig „Missionsluft“ schnuppern. Daneben verwaltete sie im Mutterhaus in akribischer Genauigkeit Mess-Stipendien. Im Dezember 2018 kam sie in den Betreuungs- und Pflegebereich im Mutter-haus: Haus Hannah, Gruppe „Abendrot“.
Sr. Xaveria war ein stiller, zurückgezogener Mensch. Das wurde in ihren Zeugnissen und Beurteilungen beschrieben; dazu kam ihre korrekte und vorbildliche Art. Wenn man allerdings bei einer Zusammenkunft das richtige Schlüsselwort gefunden hatte, sprudelte es nur so aus ihr heraus. Auch im hohen Alter war sie sehr interessiert an Gott und der Welt und der Gemeinschaft. Sie war gern bei den großen Konventsnachmittagen und auch das Generalkapitel im vergangenen Jahr hat sie aufmerksam verfolgt. Vermutlich hat ihr großes Interesse an Kreuzworträtseln ihren Geist so wach gehalten.
Dass ihr Gehör immer mehr nachgelassen hat, war für sie nicht leicht zu tragen.
Dennoch hatte sie sich bis zum Ende des letzten Jahres monatlich in einer kleinen Schwesterngruppe mit einer ehrenamtlich Mitarbeitenden zum Kartenspielen getroffen. Und immer wieder auch gewonnen!
Kindliche Freude erstrahlte aus ihrem Gesicht und Herzen, wenn Sr. Xaveria mit einer Portion Eis überrascht wurde. Vielleicht hatte sich diese Liebe in den Rom-Aufenthalten entwickelt. Eine ihrer Schwestern lebte mit ihrer Familie in Rom. Bei ihr verbrachte Sr. Xaveria öfter ihren Urlaub.
Sr. Xaveria war dankbar für ihr Leben, für die lange Lebenszeit. Geduldig und still hat sie die zunehmenden Einschränkungen ihres Alters angenommen und im Gebet an Gottes Herz gelegt. Daraus ist eine innere Zufriedenheit gewachsen.
Danken wir Sr. Xaveria für ihr Lebens- und Glaubenszeugnis.
Wir übergeben Schwester Xaveria dem barmherzigen Jesus, den sie sehr verehrt hat. Wir wissen sie nun angekommen und geborgen in Gottes Frieden und in seinem großen Erbarmen. Das Licht und das Leben darf sie nun in der Ewigkeit schauen und erfahren.
Am 19. Februar 2026, geleiten wir sie um 14.15 Uhr auf dem Hauptfriedhof in Würzburg zu Grabe. Den Auferstehungsgottesdienst feiern wir am gleichen Tag um 11.30 Uhr in der Mut-terhauskapelle.
Würzburg, den 30. Januar 2026