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Vorbereitet und still ist am Mittag des 20. Okt. 2018, unsere liebe Schwester M. Ruth Reeb OSA nach einem langen Leben von Gott in die ewige Heimat gerufen worden.

Schwester Ruth wurde am 9. April 1924 als zweites Kind der Eheleute Josef und Katharina Reeb in Schifferstadt in der Pfalz geboren und am 12. April auf den Namen Maria Rosa getauft. Von 1930 bis 1938 besuchte sie die Volkshauptschule und anschließend die Fortbildungsschule. Von 1940 bis 1943 war sie in den Wintermonaten als Hausgehilfin in der Kinderheilstätte Villa Donnersberg zu Dannenfels tätig. Ab 1944 war sie im elterlichen Haushalt beschäftigt.

Am 27. Oktober 1948 trat Schw. Ruth in unsere Gemeinschaft ein; - in einer Woche wäre das genau vor 70 Jahren gewesen! Sie begann am 29. Sept. 1949 ihr Noviziat und legte am 11. Oktober 1951 die ersten, am 11. Okt. 1954 die Gelübde und Profess auf Lebenszeit ab.

Schon im zweiten Noviziatsjahr absolvierte sie einen Jahreslehrgang der Obst- und Gartenbauabteilung an der staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt in Veitshöchheim, den sie 1951 mit großem Können und sehr großem Fleiß und Geschick abschloss. Ihr erworbenes Wissen und ihre Fertigkeiten wandte sie bis 1963 als Gärtnerin im Mutterhaus an.

Von 1963 bis 1966 wurde sie als Hausschwester in Gramschatz und Frankfurt gebraucht.

1966 besuchte sie einen sechsmonatigen Lehrgang an der privaten Frauenfachschule im Meinwerk-Institut in Paderborn, den sie 1968 nach Ableistung des Anerkennungsjahres als Staatlich geprüfte Wirtschafterin abschloss. Danach wirkte Schw. Ruth als Köchin in Weiden, in Münnerstadt und in Frankfurt. In allen Zeugnissen wurde Schw. Ruth als still und fleißig, bescheiden und heiter beschrieben. Sie war offen und ehrlich, gewissenhaft und pünktlich. Ihr Sinn für Ordnung und Sauberkeit und nicht zuletzt ihr Pfälzer Humor machten das Arbeiten und Zusammenleben mit ihr angenehm.

Im Dezember 1992 wurde Messelhausen ihr neuer Wirkungsbereich. Sie arbeitete im Haus und in der Waschküche. Selbst als unser Schwesternkonvent in Messelhausen aufgelöst wurde, konnte Schw. Ruth noch dort bleiben. Sie war in den Konvent der Augustiner integriert, bei den Gebetszeiten und Gottesdiensten präsent und war mit den Mitarbeiterinnen des Hauses und vielen Gästen verbunden. Schw. Ruth widmete sich der Pflege und Betreuung von Bruder Rochus, half da und dort mit, wo sie gebraucht wurde, und war „die Seele des Hauses".

2009 musste sie aus gesundheitlichen Gründen ins Mutterhaus zurückkehren und bezog ein Zimmer in unserem Alten- und Pflegeheim Haus Clara. Viele Jahre machten ihr Diabetes und schwere Durchblutungsstörungen zu schaffen. Trotzdem war sie auch im Alter eine fröhliche und bescheidene Mitschwester.

Solange sie konnte machte sie sich nützlich, war betend in der Kapelle und strickte in ihrer freien Zeit viele Paar Socken, die sie gern verschenkte.

Ihre Ausstrahlung war Zeugnis der Freude, die denen zuteil wird, die Gott dienen. IHM diente sie ihr Leben lang, wo immer sie eingesetzt war. IHN erwartete sie und ging ihm entgegen. Deutlich brachte sie das zum Ausdruck, als vor drei Monaten Schw.Bernharda starb. Da sagte sie ganz klar: „Der Tod hat die falsche Tür genommen". Sie war bereit, sich rufen zu lassen und von dieser Welt Abschied zu nehmen.

Es war für Schw. Ruth eine Freude, dass einen Tag vor ihrem Sterben Pater Anton, mit dem sie viele Jahre in Messelhausen wirkte, kam, um ihr das Sakrament der Krankensalbung zu spenden und sie damit zu stärken. In dieser Freude setzte sie den Schlusspunkt unter ihr Leben und konnte in großem, tiefem Frieden heute heimgehen.

Wir danken Schw. Ruth für ihr langes, segensreiches Wirken und Beten in unserer Gemeinschaft. Sie darf nun ausruhen von ihrem Lebenswerk, das reich an Arbeit war, geprägt vom Dasein für die Menschen und von Liebe und Treue zu unserer Gemeinschaft. Gott schenke ihr seinen Frieden und lasse Schw. Ruth nun sein Angesicht schauen.

Am Mittwoch, dem 24. Oktober 2018, um 13:30 Uhr geleiten wir unsere Schwester Ruth auf dem Hauptfriedhof zu Grabe. Anschließend feiern wir in der Kapelle des Mutterhauses für sie die hl. Messe. 

Für die Kongregation der Ritaschwestern
Schw. M. Elisabeth Stahl OSA, Vikarin

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