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In den Vormittagsstunden des 23. Juni 2019 ging unsere liebe Schwester M. Rita Joos OSA überraschend zu Gott heim. Am Montag zuvor kam sie in die Uniklinik. Dort sollte untersucht werden, ob man ihr durch eine Behandlung bei der Nahrungsaufnahme Erleichterung verschaffen könnte. Es kam anders. Gott hat ihr Erleichterung verschafft. Er hat sie von der Lebenslast, die sie getragen hat, erlöst und zu sich heimgeholt.

Schw. Rita wurde ihren Eltern am 17. Sept. 1934 als erstes von sieben Kindern geschenkt und am 24. Sept. 1934 auf den Namen Rosa Maria getauft. Von 1941 - 1949 besuchte sie die Volksschule in Schallfeld, anschließend bis 1952 die hauswirtschaftliche Berufsschule in Gerolzhofen. Danach war sie zunächst im elterlichen landwirtschaftlichen Betrieb tätig, bis sie ab 1. März 1958 in der Küche der Theresienklinik in Schweinfurt angestellt war.

Ab Sept. 1959 bis Juli 1961 arbeitete sie in der Küche des Studienseminars in Bad Königshofen. Vom 14. Juli 1961 bis 25. April 1963 war Schw. Rita bei uns im Mutterhaus angestellt und arbeitete in der Waschküche und im Bügelzimmer. Am 12. Mai 1963 trat Schw. Rita in unsere Gemeinschaft ein und lernte vor allem das Backen, was sich als wirkliches Talent von ihr herausstellte.

Das Noviziat begann sie am 11. Oktober 1964 und legte am 11. Oktober 1966 die ersten Gelübde ab. Am 2. Oktober 1971 band sie sich mit den Gelübden und der Profess auf Lebenszeit für immer an unsere Gemeinschaft. Ihre Einsatzorte waren vom März 1970 bis Sept. 1976 als Köchin im Marthahaus, vom Sept. 1976 bis Jan. 1984 als Köchin in Luzern, vom Jan. 1984 bis März 1985 wieder als Köchin im Marthahaus, danach ein Jahr in der Mutterhausküche, vom Aug.1986 bis Dez. 2004 war sie mit 20 Stunden Köchin in der Kindertagesstätte und war während dieser Zeit auch Bäckerin im Mutterhaus.

In dieser Aufgabe konnte Schw. Rita richtig aufgehen. Ob Torten oder Kuchen, Hefegebäck oder Weihnachtsplätzchen, Osterlämmer oder Christstollen - da konnte ihr so leicht keiner etwas vormachen. Das war ihre Kunst und ihre Welt, in der sie sich gebraucht fühlte und sich auch nicht so leicht vertreten ließ - bis sie sich schließlich krankheitsbedingt im Nov. 2017 daraus ganz zurückziehen musste. Auch die Jahre in der Kindertagesstätte bei den Kindern waren schöne Jahre für Schw. Rita. Sie liebte die Kinder und die Kinder liebten sie, denn wie heißt es: Die Liebe geht durch den Magen.

Als sie 2017 ihre Arbeit beenden musste, waren ihre Kräfte verbraucht. Sie zog ins Haus Hannah um und benötigte zunehmend Hilfe und Unterstützung. Sie gehörte zur Konventsgruppe Fiat, dort war sie beheimatet. Schw. Dolores und andere Mitschwestern kümmerten sich um Schw. Rita.

Das Leben von Schw. Rita war geprägt von Durchkreuzungen. Mit 14 Jahren verlor sie ihre Mutter, dazu kam die Last ihrer Sprachbehinderung die ihr und ihrer Umgebung oft das Leben schwer machte. Es war manchmal nicht leicht einander in der eigenen Begrenztheit geduldig zu verstehen. Eine schwere Zeit hatte Schw. Rita durch zunehmende Schmerzen im Bereich der Halswirbelsäule und die damit verbundenen Schluckprobleme.

Ich danke allen Pflegekräften im Haus Hannah und allen Mitschwestern für ihre geduldige, und verständnisvolle Betreuung und Pflege. Schw. Rita danke ich für alles Gute, das sie uns geschenkt hat und auch dafür, wie sie in der Nachfolge Jesu ihr Kreuz getragen hat.

Schw. Rita sagte öfter: „Ihr versteht mich nicht“.  Jetzt ist sie bei dem angekommen, der sie ganz und gar versteht, der sie aufrichtet und mit Würde und Herrlichkeit krönt. Wir glauben, dass sie nun bei Gott von der Mühe ihres Lebens ausruhen kann und in IHM Geborgenheit und Frieden findet.

Am Donnerstag, dem 27. Juni 2019, um 12.45 Uhr geleiten wir unsere Schwester Rita auf dem Hauptfriedhof in Würzburg zu Grabe. Anschließend feiern wir in der Kapelle des Mutterhauses für sie die hl. Messe.

Würzburg, den 24.Juni 2019
Für die Kongregation der Ritaschwestern
Schw. Rita-Maria Käß OSA, Generaloberin

 

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