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Am 19. März 2021 wurde in Würzburg ein neues Denkmal geschaffen. Für die Opfer des Nationalsozialismus wurden an der Ecke Dürerstraße/Konradstraße 40 „Stolpersteine“ verlegt. Die Steine wurden in einem großen Mosaik in den Boden eingelassen.

Etwa an dieser Stelle in Würzburg befand sich bis 1942 das Jüdische Krankenhaus und Altersheim. Hier wurden Bewohner und Beschäftigte sowie Menschen, die aus ihren Heimatorten und Wohnungen vertrieben worden waren, von den Nazis zusammengepfercht, von dort deportiert und später ermordet.

Am Vorabend der Enthüllung des neuen Denkmals (am 18. März 2021) gab es eine Gedenkveranstaltung auf dem Würzburger Bürgerbräu-Gelände. Sie hieß „Verschwundene Nachbarn 1942".

Nach Grußworten von Würzburgs Oberbürgermeister Christian Schuchardt und Dr. Josef Schuster, dem Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, stellte der Dr. Roland Flade die Geschichte des Jüdischen Krankenhauses seit 1885 vor. Historikerin Maja Andert widmete sich der Frage, warum fast ausnahmslos Frauen unter den Opfern sind. Das Duo "AMuse" gestaltete den Abend musikalisch.

Wegen der Corona-Pandemie konnte die Öffentlichkeit sowohl bei der Gedenkveranstaltung als auch bei der Verlegung der Stolpersteine nicht anwesend sein. Neben kurzen Reden der Bürgermeisterin Judith Jörg und Dr. Josef Schuster riefen Schülerinnen der Maria-Ward-Schule die Lebensgeschichten der Ermordeten in Erinnerung.

Die Ritaschwestern haben sich bereit erklärt, das neue Denkmal in der Dürerstraße/Konradstraße zu pflegen. Sie haben eine enge Verbindung zum früheren Jüdischen Krankenhaus und Altenheim. Ritaschwestern haben dort seit 1912 lange in der Pflege gearbeitet.

Im Herbst dieses Jahres wollen die Ritaschwestern in Zusammenarbeit mit dem Würzburger Lokalhistoriker Dr. Flade ein Buch veröffentlichen. Es wird den Titel „Dem Leben dienen. Die Ritaschwestern und die Würzburger Juden" bekommen.

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